Warum gibt es Obdachlose?

Text von StreetAngel Nicole Fath

Obdachlos versus wohnunglos?

 

Als wohnungslos werden alle Menschen bezeichnet, die über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen. Sie leben beispielsweise in einer Notunterkunft, einer stationären Einrichtung der Wohnungslosenhilfe oder übernachten in einer kommunalen Einrichtung. Wohnungslose Menschen schämen sich oft für ihre Situation und bemühen sich, nicht als wohnungslos erkannt zu werden. Deswegen fällt Wohnungslosigkeit in der Gesellschaft nicht unbedingt auf.

 

Wo ist der Unterschied?


Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit werden im alltäglichen Sprachgebrauch oft verwechselt oder gleichgesetzt. Allerdings bezeichnen die beiden Begriffe unterschiedliche Lebenssituationen: Obdachlosigkeit bezeichnet lediglich einen Teil der Wohnungslosigkeit.

Leben ohne eigene Wohnung oder auf der Straße bedeutet Verarmung und soziale Isolation, die Menschen deprimiert, krank macht und Fluchtreaktionen – häufig in Alkohol und andere Drogen – auslöst. Ein Teufelskreis entsteht, wenn die Betroffenen nicht in der Lage sind, die ihnen zustehende Hilfe anzunehmen, wenn das Hilfesystem keine passenden Hilfen anbietet, notwendige Hilfe verweigert oder im Einzelfall ungeeignete Hilfe aufgedrängt wird.

Die „typischen“ Wohnungslosen gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit, wohnungslos zu werden, wird jedoch umso größer, je mehr Risikofaktoren zusammentreffen.

Welche Gründe führen zur Obdachlosigkeit beziehungsweise zur Wohnungslosigkeit?

Neben wirtschaftlichen Notlagen führen in der Regel einschneidende Erlebnisse wie ein schwer zu verarbeitender Schicksalsschlag mit einer sich anschließenden Armutsspirale zum Verlust der Wohnung. Menschen, die dann zum Beispiel über kein soziales Umfeld verfügen, das ihnen ausreichend Rückhalt bietet, verlieren aufgrund von Lebenskrisen leicht den Halt.

 

Wie wird man "obdachlos"?

 

Gründe die zu Obdach- oder Wohnungslosigkeit führen, können sein:

Verlust der ArbeitSchulden oder andere finanzielle ProblemeTrennung oder Scheidunghäusliche Gewaltkriminelle Belastung sowie Haftentlassungakute oder chronische Erkrankungenpsychische Probleme wie Depressionen, Schizophrenie oder SuchtAnstieg von Mieten und zunehmende GentrifizierungWelchen Problemen stehen Obdachlose und Wohnungslose gegenüber?

Physiologische Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Wärme lassen sich bei geringen finanziellen Mitteln und ohne eigene Wohnung schwer stillen. Schwierige hygienische Bedingungen und ein erschwerter Zugang zu gesundheitlicher Versorgung beeinträchtigen das Leben. Zudem erleben obdachlose Menschen soziale Kälte und stetige Abneigung. Nach wie vor herrschen ihnen gegenüber in der Gesellschaft viele Vorurteile. Darüber hinaus behindern bürokratische Hürden eine Teilhabe an der Gesellschaft: Eine Wohnung gibt es oft nur bei geregeltem Einkommen und einen Job nur bei festem Wohnsitz.

Ein weiteres wesentliches Problem für obdachlose Menschen ist Diebstahl: Sie haben während der Nächte auf der Straße oder auch in vielen Notunterkünften keine Möglichkeit, Habseligkeiten oder für sie wertvolle Gegenstände zu schützen.

Menschen, die auf der Straße oder im Freien übernachten, sind immer wieder Ziele gewalttätiger Übergriffe.

 

 

Welchen rechtlichen Anspruch gibt es für Obdachlose?

 

Das Sozialgesetzbuch Zwölf (SGB XII) sieht in den §§ 67,68 und 69 Hilfen zur Überwindung besonderer Schwierigkeiten vor, insbesondere durch Beratung und persönliche Dienstleistungen. Wenn „besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten“ verbunden sind – beispielsweise bei Wohnungs- oder Obdachlosigkeit oder nach einer Haftentlassung – soll eine gezielte Hilfestellung zur Überwindung der Schwierigkeiten gewährt und eine Eingliederung in das gesellschaftliche Leben ermöglicht werden. Ziel der Hilfe ist aber auch, zu verhindern, dass sich die Situation verschlimmert.


Zu den Leistungen zählen: persönliche Betreuung, Beratung, Hilfen bei der Beschaffung und dem Erhalt einer Wohnung. Unterstützung beim Einstieg ins Arbeitsleben oder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Welchen Anspruch auf finanzielle Unterstützung gibt es?

Grundsätzlich haben wohnungslose und obdachlose Menschen die gleichen Leistungsansprüche wie andere Menschen auch. Wenn sie arbeitslos werden, können sie also Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch III, das heißt Arbeitslosengeld, beziehen. Nach Auslaufen des Bezugszeitraums gilt dann: Wohnungs- und obdachlose Menschen, die grundsätzlich erwerbsfähig sind, haben Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) – diese werden an sie manchmal in Tagessätzen ausgezahlt.


Nicht erwerbsfähige Menschen haben einen Leistungsanspruch nach dem Sozialgesetzbuch XII (Sozialhilfe).

 

Welche diakonischen Angebote gibt es?

 

Zu den diakonischen Angeboten für obdach- und wohnungslose Menschen zählen:

FachberatungsstellenTagesaufenthaltsstätten mit Gelegenheit, Wäsche zu waschen sowie Essensausgabe und Textilienausgabe, zum Beispiel von Schlafsäcken und Kleidung sowie Kältehilfe wie beispielsweise Kältebusse, die Obdachlose bei Minusgraden in eine geeignete Unterkunft bringen. Nachtcafés, Notunterkünfte im Rahmen der Kältehilfe und Beschäftigungsangebote für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Stationäre Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, teilstationäre Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, betreutes Wohnen in Wohnungen des Anbieters und Betreuung im eigenen Wohnraum.Hilfen zur Rechtsdurchsetzung und Bereitstellung von angemieteten Wohnungen zur Weitervermietung medizinischer Angebote.

 

Das klingt doch garnicht schlecht?

 

" Deckungsgleich mit dem typischen Satz " In Deutschland muss niemand auf der Strasse leben " den fast jeder schonmal gehört oder selbst gesagt hat. Doch leider ist das in der Realität anders.

Denn, wer keinen Anspruch auf Leistungen hat, erhält auch kein Geld.
Wer kein Konto hat, erhält keine Leistung.
Ohne Wohnsitz, kein neues Konto usw.

Die Wege sind schwer und allein fast nicht von Obdachlosen zu bewältigen...
EU Obdachlose oder ausländische Obdachlose haben ein weitaus größeres Problem...dies ist kaum zu stemmen.

 

Fazit : In Deutschland ist viel durch Gesetzte geregelt, aber greifen tun die wenigsten, weil meistens eine Komponente nicht passt.

 

Warum gibt es Obdachlose? Text von StreetAngel Nicole Fath

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